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23.02.2010
Frischer Atem: Lernen Sie von den Chinesen

Frischer Atem: Lernen Sie von den ChinesenDie schlechte Nachricht: Jeder Zweite von uns verbreitet Mundgeruch. Die gute Nachricht: Diese unsichtbare Barriere stört, ist aber meist leicht zu beseitigen. Denn fast nie stammt der Geruch aus dem Magen, sondern zu 85 bis 95 % aus der Mundhöhle. Dort entsteht er, wenn sich Nahrungsreste ansammeln und faulen. Etwas 100 Milliarden Mundbakterien stürzen sich täglich auf die Nahrungsreste, zersetzen und verdauen sie. Deren bevorzugte Tummelplätze, Zahnzwischenräume, Karieshöhlen, Zahnfleischtaschen, aber auch die Zunge.

In den Furchen ihrer rauen Oberfläche können sich viele Bakterien und Essensreste verbergen – und sich ähnlich wie Staubpartikel in einem zotteligen Teppich anhäufen. Mit der Zeit bildet sich ein Bakterienteppich, dem dann der schlechte Geruch entströmt. Betroffen ist vor allem das hintere Drittel der Zunge, weil hier die Bakterien weitgehend "ungestört" bleiben. In den vorderen Dritteln sorgen Zähne und Zahnbürste für eine regelmäßige Reinigung der Zungenoberfläche. Aber auch durch Sprechen und Schlucken wird die Zunge "abgerieben".

Erste Hilfe: Nelken und schwarzer Tee

Ob sich so ein Bakterienteppich und damit Mundgeruch bildet, liegt vor allem am Speichel. Er durchspült die Zahnfleisch- und Zungenfurchen und schwemmt die Bakterien aus. 1 bis 2 Liter Speichel pro Tag sind dazu nötig. Ein gesunder Organismus produziert diese Menge, vorausgesetzt, es gibt das Richtige zu kauen. Saure und bittere Speisen z.B. regen die Speichelproduktion an. Klar, dass zur Behandlung des Mundgeruchs regelmäßiges Zähneputzen, Gurgeln und der Einsatz von Zahnseide gehören. Mit einer speziellen Bürste sollte man jeden Morgen die Zunge vom Belag befreien, auch wenn es anfänglich etwas Überwindung kostet. Für die hinteren Regionen, wohin die Borsten nicht kommen, gibt es antibakterielles Mundwasser oder Chlorophyll-Tabletten. Eine wichtige Rolle spielt die Nahrung. Menschen mit Mundgeruch sollten Fett und Eiweiß reduzieren, auf Süßigkeiten verzichten, vitaminreiche Rohkost essen. Lange Nüchternpausen vermeiden, da diese den Speichelfluss reduzieren. Auch Alkohol und Medizin trocknen den Mund aus, sorgen für schlechten Geruch.

In der traditionellen chinesischen Medizin schätzt man Gewürznelken als Mittel gegen Mundgeruch. Dazu pulverisiert man die getrockneten Blütenknospen, nimmt zweimal täglich je 1 bis 2 Messerspitzen mit Wasser ein. Koriander ist dagegen bei starkem Mundgeruch zu meiden. Probieren Sie auch folgendes Rezept aus der chinesischen Kräuterkunde: den Mund mit Schwarztee spülen und zusätzlich Teeblätter kauen.

Besteht der Mundgeruch trotz Hygiene und umgestellter Ernährung weiter, sollte man zum Zahnarzt gehen. Denn Mundgeruch tritt auch als Begleiterscheinung bei krankhaften Veränderungen in der Mundhöhle sowie im Nasen-Rachen-Raum auf. Und er kann ebenso Symptom bei Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen sein.

Übrigens: Man muss sich nicht auf die Nase (und Offenheit) seines Gegenübers verlassen, um Mundgeruch festzustellen. Ein Gerät, das Halimeter, saugt über einen Strohhalm Luft aus dem Mund und analysiert den Geruch. Das ergibt erste Rückschlüsse auf die mögliche Ursache. Denn die Folgen mangelnder Mundhygiene riechen anders als ein erkrankter Stoffwechsel.

Quelle: freundin

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